OKEE

OKEE - Optimierung der Kopplung zwischen Elektrofahrzeugen und (Gebäude-) Energiemanagementsystemen

Elektroauto an E-Tankstelle im Abendrot

Die Kopplung zwischen Elektrofahrzeugen und (Gebäude-) Energiemanagementsystemen verspricht viele Vorteile: Erstens kann durch die Integration der Elektrofahrzeuge in das Gebäude-/Areal-Energiemanagement der Eigenverbrauch optimiert werden. Zweitens kann die lokale Netzstabilität verbessert werden und dadurch für die Entlastung des Stromnetzes sorgen. Und drittens kann dank Koppelung ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für das Areal entwickelt werden, indem die Mobilitätsbedürfnisse optimal gelöst werden und ebenso ihre Eigenverbrauchsziele, so dass die 2000-Watt-Ziele der Areale erreicht werden.

Ziel des Projekts ist es, die Vernetzung und Optimierung der Bereiche Elektrizität, Wärmeversorgung und Verkehr (sog. Sektorkopplung) durch Pilotprojekte zu erforschen. Dabei werden die Batterien von Elektrofahrzeugen dank bidirektionalem Laden mit dem Energiemanagementsystem auf Gebäude- und Arealebene verknüpft. Es wird erwartet, dass sich dadurch ein Mehrwert für die Arealbetreiber (Optimierung PV-Eigenverbrauch), die Flottenbetreiber (neue Mobilitätskonzepte z.B. EV-Carsharing) und die EVUs (neue Systemdienstleistung sowie höhere lokale Netzstabilität) ergibt.

Das 2017 gestartete Projekt hat den Aufbau und die Umsetzung von ersten Pilotprojekten in diesem Themenbereich in Basel zum Ziel. Für die Koordination der Projektpartner und die Kommunikation ist Novatlantis verantwortlich. Die wissenschaftlichen Arbeiten werden vom Institut für Nachhaltige Entwicklung der ZHAW durchgeführt.

Innovative Umsetzung eines Vehicle-to-Home Pilotprojektes in Erlenmatt Ost

Das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Novatlantis setzen im Rahmen der «Pilotregion Basel» das Projekt OKEE zur Integration von Elektrofahrzeugen (EVs) in die (Gebäude-) Energiemanagementsysteme um.

Als innovative Umsetzungspartner beteiligen sich die ADEV Energiegenossenschaft und die Stiftung Habitat, so dass erstmals in der Schweiz ein komplexes Vehicle-to-Home (V2H) Pilotprojekt mit einem Car-Sharing-Konzept kombiniert wird, um den Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom in einem nach den Zielsetzungen der 2000-Watt-Gesellschaft entwickelten Areal zu erhöhen, indem ein mobiler Speicher auch stationär benutzt wird.

Die Umsetzung in Erlenmatt Ost in Basel ab Januar 2018 basiert auf dem gemeinsamen Interesse aller Partner an der praktischen Erprobung von Lade- und Eigenverbrauchslösungen für und mit Elektromobilität in grösseren Arealen. Dazu werden Ladestationen, Elektrofahrzeuge und eine entsprechende Kommunikations- und Steuerungslösung in Erlenmatt Ost co-finanziert, installiert, betrieben und für ein Jahr wissenschaftlich begleitet. Neben den technischen Fragen stehen insbesondere die Entwicklung von organisatorischen Lösungen (Zählerkonzepte, Abrechnungssysteme, Massnahmen zur Optimierung des Eigenverbrauchs und Nutzung der mobilen Batterie stationär für den Strombedarf der Überbauung) im Fokus. Diese Lösungen sollen in Zukunft auf andere Areale übertragbar sein und damit einen übergeordneten Beitrag für weitere Anwendungen in Basel sowie schweizweit leisten.

Hintergrund des Projektes

Fachleute erwarten ein Zusammenwachsen des Energie- und Mobilitätssektors durch die Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Batterien von Elektrofahrzeugen eignen sich, um Photovoltaikstrom zwischenzuspeichern und den Eigenverbrauch von Ein- und Mehrfamilienhäusern oder grösseren Arealen zu erhöhen (Vehicle-to-Home, V2H) oder durch die Bündelung der Batteriekapazitäten Netzdienstleistungen bereitzustellen (Vehicle-to-Grid, V2G). Das Konsortium hat sich zum Ziel gesetzt, V2H- und V2G-Lösungen in Basel-Stadt umzusetzen. Gerade im Bereich von Mehrfamilienhäusern oder Wohnarealen bestehen noch vielfältige Barrieren für die Umsetzung dieser Konzepte: Eigenverbrauchs- und nachhaltige Mobilitätslösungen sind aufgrund von Mietverhältnissen, unterschiedlichen Planungshorizonten, hohen Transaktionskosten oder fehlenden Abrechnungs- und Zählerkonzepten nur durch die Einbindung verschiedener Akteure und der Entwicklung angepasster Lösungen realisierbar.

Projektdauer
4/2017 bis 12/2018

Partner Koordination und Kommunikation
novatlantis GmbH
www.novatlantis.ch
Dr. Anna Roschewitz
anna.roschewitz@novatlantis.ch

Forschungspartner
ZHAW Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE)
www.ine.zhaw.ch
Dr. Jörg Musiolik und Onur Yildirim
joerg.musiolik@zhaw.ch
yild@zhaw.ch

Umsetzungspartnerin Quartier
Stiftung Habitat
www.stiftung-habitat.ch
Urs Buomberger
buomberger@stiftung-habitat.ch

Umsetzungspartnerin Energiekonzept
ADEV Energiegenossenschaft
www.adev.ch
Andreas Appenzeller
andreas.appenzeller@adev.ch