E-Mobilität im Alltagstest

Elektrisch betriebene Kehrfahrzeuge

Weisse Elektro-Kehrmaschine im Hof des Tiefbauamtes
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Ab Mitte August 2016 erprobt die Stadtreinigung des Tiefbauamtes ein elektrisch betriebenes Kehrfahrzeug neuster Bauart. Ab Oktober 2016 folgt ein zweites. Sie sollen jeweils für sechs Monate Basels Strassen leise und umweltfreundlich reinigen. Beide gehören zur weltweit ersten Serie von Elektro-Kehrfahrzeugen ihrer Klasse des Schweizer Herstellers Bucher Municipal.

Die heutigen Kehrfahrzeuge der Stadtreinigung haben Dieselmotoren mit den entsprechenden Nachteilen. Elektrofahrzeuge sind dagegen leise, emissionsfrei und tanken in Basel 100% erneuerbare Energie. Mit zwei Modellen des ersten vollelektrischen Kompaktkehrfahrzeugs der zwei Kubikmeter Klasse will die Stadtreinigung nun Erfahrungen sammeln. Hersteller der CityCat 2020ev ist die Schweizer Firma Bucher Municipal. Für ihre Entwicklung kam Bucher Municipal beim GreenTec Award 2016 in der Kategorie Automobilität auf den zweiten Platz. Die in Basel eingesetzten Kehrmaschinen sind die Nummer 2 und 3 der ersten Serie.

Die Stadtreinigung wird die beiden elektrischen Kehrfahrzeuge während jeweils sechs Monaten im gesamten Stadtgebiet testen. Ziel des Testlaufs ist es festzustellen, ob solche Maschinen vermehrt im Tiefbauamt eingesetzt werden können. Zudem wird abgeklärt, was der Einsatz elektrischer Kommunalfahrzeuge für die Infrastruktur am Gebäude (z.B. Stromanschlüsse etc.) bedeutet. Die Erkenntnisse aus dem Testlauf sollen in die Ausschreibung und Beschaffung neuer Kommunalfahrzeuge einfliessen.

E-Kommunalfahrzeug beim Tiefbauamt, Präsentation anlässlich Medienorientierung vom 10. August 2016 (2.4 MB, nicht barrierefrei)

Seit 1920 elektrisch unterwegs

Die Elektro-/Hybrid-Fahrzeugflotte macht aktuell rund 15 Prozent der Gesamt-Fahrzeugflotte des Tiefbauamtes aus. Sie wird kontinuierlich erweitert, in naher Zukunft mit weiteren vollelektrischen Kommunal-Fahrzeugen mit neuster Traktionsbatterietechnik. Die Fahrzeugbeschaffungs-Strategie ist aus ökologischen und ökonomischen Gründen langfristig auf Elektrofahrzeuge ausgelegt. Elektrofahrzeuge sollen eingesetzt werden, wo immer dies möglich und sinnvoll ist, dies um einen Beitrag zur Entlastung der Umwelt zu leisten (Reduktion des lokalen CO2-Ausstosses, des Feinstaubs und der Lärmemission).

Medienmitteilung des Bau- und Verkehrsdepartementes vom 7.10.2016

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E-Kleinbus mit Schnellladestation

Elektrotestbus der BVB
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Elektrobusse mit Batterieantrieb sind eine attraktive Option für den Einsatz im öffentlichen Verkehr, da Elektrofahrzeuge generell leiser fahren und weniger CO2 ausstossen. Die Batterie stellt hinsichtlich Reichweite und Leistungsfähigkeit jedoch nach wie vor eine Herausforderung im Alltagsbetrieb dar.

Stand 2015

Die BVB testete in Zusammenarbeit mit Riehen zwei Elektrobus-Modelle. Dabei wurden die Bedingungen für die nötige Reichweite und Leistung insbesondere der Batterie analysiert und getestet.

Vom ursprünglich geplanten Einsatz einer Schnellladestation während der Testphase wurde abgesehen. Ob in Zukunft, bei einer allfälligen Aufnahme eines Elektrobusses in die Flotte der BVB, eine Schnellladestation benötigt wird, ist noch offen.

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Mehr Flexibilität durch schnelles Laden

IWB ist dabei, bis Ende 2016 rund 20 öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge auf dem Gebiet Basel-Stadt aufzubauen. Vier öffentliche Ladestationen wurden bereits im Frühjahr 2015 realisiert. Ladestationen für beschleunigtes oder schnelles Laden sind ein wichtiger Teil dieser Infrastruktur. Beim beschleunigten Laden kann ein Elektrofahrzeug mit bis zu 22 kW Ladeleistung ab 1 Stunde Ladezeit die Fahrzeugbatterie wieder zu 100% aufladen. Bei einer Schnellladung mit 50 kW sind die meisten Fahrzeugmodelle innerhalb von 20 – 30 Minuten wieder komplett aufgeladen.

Für den gezielten Aufbau von Schnellladestationen ist es besonders wichtig, Erkenntnisse über die optimale Standortwahl, geeignete technische Konfiguration und das Nutzerverhalten zu gewinnen. Im Rahmen des Aufbaus eines öffentlichen Ladenetzes in Basel-Stadt durch IWB arbeiten IWB, Mobility Carsharing und das Amt für Umwelt und Energie Kanton Basel-Stadt gemeinsam an der Konzeption und Umsetzung einiger Schnellladestationen, die sowohl für elektrisch betriebene Privat- und Flottenfahrzeuge als auch für Mobility Carsharing-Kundinnen und -Kunden zugänglich sind. Die Nutzerinnen und Nutzer profitieren von einem flexibleren Einsatz ihres Fahrzeugs. Mit dem Projekt soll in Zusammenarbeit mit allen Partnern eine möglichst kundenfreundliche Lösung an optimierten Standorten entwickelt werden.

Stand 2015

Die Projektidee wurde im Mai 2015 initiiert und in Zusammenarbeit mit IWB, Mobility Carsharing und dem Amt für Umwelt und Energie entwickelt. Sobald die geeigneten Standorte für die Ladestationen für beschleunigtes und schnelles Laden evaluiert worden sind, wird mit der Installation der Ladesäulen gestartet. Die Eröffnung der ersten Schnellladesäule in Basel-Stadt ist für Anfang 2016 geplant.